Hallo liebe Freunde!

 

Nun ist es tatsächlich schon 6 Monate her, dass Herrchen mit Blaulicht unser Zuhause verlassen hat. Ja, und auch schon 4 Monate, dass er als unser Schutzengel, bei uns ist. Frauchen hat sich was ganz schönes ausgedacht. In der Diele steht jetzt ein Koffer in dem sie so viel wie möglich Erinnerungsfotos legen möchte. Mal sehen, was wir da alles finden. (strahl, seufz)

 

Jetzt kann ich es Euch auch erzählen, wie schwer es mich getroffen hat, was mit meinem Herrchen, der mich mein ganzes Leben begleitet hat und dadurch auch mit Frauchen passiert ist. – Zwei Abende vor der Beerdigung war ich nicht mehr imstande zu Fressen. Die ganze Nacht war mir schlecht und ich musste immer wieder raus zum Übergeben. Morgens ist Frauchen sofort mit mir los zum Tierarzt. Dort wurde mir Blut abgenommen, der Bauch geschoren, ein Ultraschall gemacht und ich bekam sofort eine Infusion, da der Kreislauf zusammengebrochen war. Es stellte sich heraus, dass ich eine schwere Magenschleimhautentzündung hatte.

 

Über eine Stunde lief die Infusion um den Kreislauf wieder zu stabilisieren. Und ich wurde immer müder, da ich die ganze Nacht nicht geschlafen hatte. Frauchen war da und ich fühlte mich sicher und geborgen, und meinen Tierärzten vertraue ich so und so.

 

Kurz vor Ende der Infusion, kam plötzlich ein sehr verführerischer Duft in meine Nase. Es war ein total schlapperiger Brei, aber irgendwie lecker und tat meinem Bauch richtig gut. Also von mir aus können wir nach Hause. (grins)

 

Das taten wir auch. Weil ich ein lieber und braver Junge bin, wurde sicherheitshalber die Infusionsnadel im Bein gelassen. Für mich ging es als erstes auf den sonnigen, geschützten Platz im Carport. Schlafen!!!

 

Die Nacht war vom Bauch her ruhig, doch ich war sooo schlapp, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. – Der Tag der Beerdigung – Der erste Weg führte wieder zum Tierarzt, wo Frauchen sofort angeboten und geraten wurde, mich den ganzen Tag dort zu lassen. Infusionen und so. Es war genau die richtige Entscheidung. Eine ganz liebe Bekannte hatte sich spontan dazu bereit Erklärt, wären dessen auf unseren kleinen Fellow aufzupassen und sich mit ihm zu beschäftigen. Er war ja noch nie solange ganz allein gewesen. – Ach, ist es schön solche Maschen zu Kennen!!!!!!!!

 

Ihr könnt Euch bestimmt denken, dass noch vieles (Behörden und so) zu erledigen war, aber nach und nach kehrte Ruhe in unser Leben. Dann meldete sich Covid-19 und entschleunigend uns – und Euch bestimmt auch – was für uns genau zum richtigen Moment kam. Mein Körper erholte sich zusehends. Fellow munterte mich auch immer wieder auf. Komm, lass uns spielen. (grins)

 

Am Samstag vor Ostern, sind wir zum FriedWald gefahren um uns dort mit unserer kleinen Familie zu treffen und Herrchens Baum zu besuchen.

 

Kurz vor dem Baum, wurden wir von einem Pferd mit seiner Reiterin überholt. Da hieß es sich brav und ruhig an die Seite setzen und vorbei lassen. Anschließend gleich abbiegen und hin zu Herrchen.

 

Frauchen nahm uns beide in die Arme, wären der kleine Mann eine Blume an den Baum legte.

 

Sie wollte dann auch kurz allein dort verweilen, doch mir wurde plötzlich so schwer ums Herz und ich fing an zu wimmern und jaulen. Alle guckten was wohl los seien konnte, doch da war nichts. Das sind wohl diese Momente zwischen Himmel und Erde die man nicht so richtig verstehen kann. Der Entschluss weiter zugehen, war in dem Moment das einzig richtige.

 

Ein Stückchen weiter des Weges fanden wir ein kleines Wasserloch für ein erfrischendes Fußbad und einen kühlen Schluck Wasser. Ah, gute Idee dachte sich der kleine Mann und wollte auch etwas Trinken. Aber lieber aus seiner Flasche. (zwinker)

 

Juhu, das richtige für echte Jungs. Ein Matschloch und ehe einer was sagen konnte, waren wir schon drin. (ha, ha, grins, kicher)

 

Natürlich wollten wir so nicht zurück in unser Auto und haben uns bei der nächsten Gelegenheit die Beine wieder sauber gewaschen. (strahl)

 

So erkundeten wir noch etwas rechts und links den Weg. Wie gut, das der kleine Mann sein Laufrad mit hatte, denn seine kleinen Beinchen hatten mit dem vielen Berg auf und ab ganzschön zu tun gehabt. Dann war der Parkplatz in sich und fröhlich schafften wir die letzten Meter.

 

Das Auto erreicht, gleich Leinen, Geschirre und Halsbänder ab und rein. Nach nur wenigen Metern Fahrt, hatten wir uns schon eingerollt, geschlafen und geträumt von dem schönen Spaziergang im FriedWald.

 

Zuhause angekommen, holte unser Nachbarsfreund Bruno uns vom Auto ab. Klar wollten wir noch kurz mit zu ihm rüber.

 

Es ist schon gut zwei Monate her, dass der Bauch geschoren wurde und das Fell will einfach nicht nachwachsen. Frauchen hat deshalb Rat bei meiner Heilpraktikerin gesucht. Nun bekomme ich Globuli und Bachblüten für meine Seele. Mein Bauch und Körper hatte sich mit Hilfe von Naturheilmittel schnell und gut erholt, aber meine Seele weint noch – genau wie bei Frauchen, die ebenfalls Hilfe durch ihre Heilpraktikerin bekommt.

 

Täglich sind wir hinter unserem Haus auf dem Acker der Baumschule und suchen dort nach Mäusen und ähnlichem.

 

Frauchen weiß genau was dann kommt. (grins) Und bitte macht Euch keine Sorgen, wenn es Euch zu grob aussieht. Wir sind Jungs, echte Jungs! Frauchen würde sofort dazwischen gehen, wenn ich Fellow in Gefahr bringen würde. Seht genau hin und ihr seht, Fellow kommt immer wieder auf mich zu (also, er hat keine Angst) und wenn er wollte, könnte er mit seinen langen Beinen viel schneller rennen. (zwinker)

 

Wegen dieses komischen Covid-19 durften wir auch nicht zum Hundeplatz, daher hat Frauchen einen provisorischen Hoopers Parcours für uns aufgebaut. Von meinem Hochsitz aus sieht das ganz gut aus und ich schaue auch gerne zu, wenn Fellow dadurch düst. (zwincker) Allerdings ist der Parcours leider täglich von den Hühnern für zwei bis drei Stunden blockiert. Das tut mir aber Leid! (grins, kicher)

 

Doch Frauchen meint, es würde gar nichts schaden, wenn ich das auch so zwei-, dreimal am Tag laufe. (schmoll) Gut ich weiß, sie will nur mein Bestes, das ich mich nicht vernachlässigt fühle und mein Körper in Schwung bleibt. O.K., aber ein alter Mann ist nun mal kein D-Zug. (hi, hi)

 

Das sieht bei Fellow natürlich ganz anders aus. Er ist ja aber auch acht Jahre und acht Monate jünger als ich.

 

Die Globuli und Bachblüten zeigen tatsächlich ihre Wirkung. Der Fellwechsel hat endlich eingesetzt, es wächst das erste Fell an meinem Bauch und ich spüre mehr Lebensfreude.

Richtig toben auf dem Acker geht jetzt nicht mehr, da die Wildkräuter zu hoch geworden sind. Da hilft nur noch drüber hüpfen.

 

Es ist so anstrengend dort durch zu laufen, dass wir Zuhause gleich in den Teich zur Erfrischung verschwinden.

 

Mainü und ihr Mann Hongwai (unsere Mandarinenten) haben dieses Jahr wieder nur so getan als ob sie Brüten wollten. Vielleicht ist es einfach zu unruhig für die beiden. Sie müssen für die Zeit wo die Hühner auf den Rasen dürfen, immer zurück in ihre Voliere und werden eingesperrt. Frauchen will das nun ändern, indem die Hühner einen extra Ausgang nach Hinten bekommen.

 

Hongwai hat auch schon angefangen sein schönes, buntes Gefieder auszuziehen.

 

Er ist richtig doll in der Mauser.

 

Dann war er da, der 02.06.2020, mein 10. Geburtstag. Wir brauchten nirgendwo hin und so konnten Fellow und ich den ganzen Tag einfach richtig schön faulenzen.

 

Zum Abendessen gab es ein richtiges Geburtstags Essen. Eine echte Hunde Lasagne. Was das ist? Rinderhack, Hähnchen geschnitzeltes, Gemüseflocken (eingeweicht), Scheibenkäse und Geflügelwürstchen. Die ersten drei Sorten gut vermischt und dann ordentlich schichten. Zur Krönung oben auf, die Würstchen. Fertig! (strahl)

 

Natürlich für jeden eine und zum Nachtisch getrocknetes Rinderohr mit Fell. (Wow)

 

Das Wetter war immer noch richtig schön und Frauchen erahnte, was Fellow mit der Lasagne anrichten würde. So wurde draußen serviert. (zwinker) Fellow zitterte vor Aufregung und traute sich trotz O.K. nicht an den Teller. Erst als Frauchen ihn immer wieder ermunterte kam er und zog gierig die erste Käsescheibe samt Würstchen vom Teller. Was für Tisch Manieren, also nee!!!

 

Was mich betrifft, sammelte ich erst mal ein Würstchen nach dem andern ab. Geburtstagsessen muss man doch genießen. Irgendwie kam ich mit der ersten Käsescheibe nicht klar, doch Frauchen klappte sie um und da wusste ich, wie ich das weiter fressen kann. Ehe man sich versah, war der Teller leer. (lecker)

 

Fellow sammelte zunächst die verteilten Würstchen auf und stürzte sich regelrecht auf die Lasagne. Er fraß nicht, er inhalierte sie scheinbar. Trotz Start Probleme, war er nun als erster fertig.

 

Nachtisch, Rinderohr, wo und wie fängt man da nun an!? Also ich sag‘ Euch, das war ein echter Dauerlutscher. Es wurde schon dunkel als ich es endlich geschafft hatte aufzukauen.

 

Fellow ging es nicht anders. Das erste mal nach langer Zeit, das er ruhig da lag und kaute, und kaute, und kaute,……. (grins)

 

 

Nun habe ich Euch alles Erzählt, was ich von uns Berichten konnte. Nur noch das: Frauchen hat mich ganz aus dem Sport (Hoopers) genommen. Hin und wieder drehe ich ein paar Kreise beim Longieren. Frauchen sieht es, wenn ich möchte und kann. Wer mich von Anfang an begleitet hat, der weiß was ich in meinem Leben schon alles gemacht und erlebt habe. Es ist Zeit die  Pfoten ruhiger zu halten, um das Leben noch möglichst lange genießen zu können. Fellow sorgt auch dafür, dass ich nicht ganz einroste und bringt mich täglich mehrmals in Schwung. Schön das er da ist.

 

Ich freue mich Euch in drei Monaten (06.10.2020) hier wieder zu treffen.

          Grüße vom ganzen Herzen

                    Euer Luca